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VW Volkswagen Motor EA288 Abgasskandal

Mit dem Volkswagen Motor EA288 gerät neben dem EA189 ein weiterer Motor von VW in den Verdacht, über eine unzulässige Abschalteinrichtung Abgase auf dem Prüfstand zu manipulieren. Dabei handelt es sich zum einen um eine Zykluserkennungs-Funktion und zum zweiten um das bekannte Thermofenster, das vor allem von Daimler bekannt ist.

Viele Gerichte halten das Thermofenster für eine unzulässige Abschalteinrichtung, was nun hunderttausenden VW Kunden, deren Fahrzeug mit dem EA288 ausgestattet ist, die Chance auf Schadensersatz eröffnet.

 

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Diesel Motor VW Volkswagen EA 288

Betroffene Diesel mit dem Motor EA288

Der bekannteste im Dieselskandal betroffene Motor ist sicherlich der EA189 von VW. Inzwischen hat VW zugegeben, dass der Motor über eine illegale Abschalteinrichtung verfügt und ist dafür auch schon zur Zahlung eines hohen Bußgeldes verurteilt worden. Der Nachfolgemotor des EA 189 ist der EA288. Dieser wird seit 2012 verbaut und sollte laut VW nicht betroffen und somit sauber sein. Doch so langsam kristallisiert sich heraus, dass auch beim Motor EA288 geschummelt wurde. Es ist inzwischen unstreitig, dass der EA288 über eine Abschalteinrichtung, das so genannte Thermofenster verfügt. VW selbst hat dies eingeräumt. Zu klären ist jetzt nur noch, ob dieses auch als illegale Abschalteinrichtung gilt. Auch Mercedes nutzt das Thermofenster und ist deshalb schon mehrmals zur Zahlung von Schadensersatz verurteilt worden, weil Gerichte das Thermofenster für eine unzulässige Abschalteinrichtung halten. Wenn sich diese Ansicht bei Gerichten auch bezüglich des EA288 durchsetzt, dann kommen weitere große Probleme auf VW zu. Denn dann haben hunderttausende weitere VW Kunden einen Anspruch auf Schadensersatz und der Abgasskandal, der bei VW intern langsam als abgearbeitet galt, würde neues Feuer bekommen und in eine neue Phase starten.

Der EA288 wurde in zahlreichen Modellen von VW, Audi, Seat und Škoda und auch in VW Nutzfahrzeugen verbaut.

Folgende Modelle verfügen über den Motor EA288
VWAudiSeatŠkodaVW Nutzfahrzeuge
Golf VII (1.6L)A1 8X (1.6L)Leon III (1.6L)Octavia III (1.6L)T6 (2.0L)
Golf Sportsvan (1.6L)A3 8V (1.6L)Toledo IV (1.6L)Rapid (2012) (1.6L)Caddy (2.0L)
Jetta VI (1.6L)Q2 GA (1.6L)Ateca (1.6L)Superb III (1.6L)Crafter (2.0L)
Touran II (1.6L)A3 8V (2.0L)Leon III (2.0L)Karoq (1.6L)Amarok (2.0L)
T-Roc (1.6L)A4 B8 (2.0L)Ateca (2.0L)Octavia III (2.0L) 
Passat B8 (1.6L)A4 B9 (2.0L)Alhambra II (2.0L)Superb III (2.0L) 
Polo VI (1.6L)A5 F5 (2.0L)Tarraco (2.0L)Kodiaq (2.0L) 
Beetle (2.0L)A6 C7 (2.0L) Karoq (2.0L) 
Golf VII (2.0L)Q2 GA (2.0L) Kodiaq RS (2.0L) 
Golf Sportsvan (2.0L)    
Jetta VI (2.0L)    
Tiguan (2.0L)    
Tiguan II (2.0L)    
Touran II (2.0L)    
T-Roc (2.0L)    
Sharan II (2.0L)    
Passat B8 (2.0L)    
CC (2.0L)    
Scirocco III (2.0L)    
Arteon (2.0L)    

Der EA288 Motor in den USA

Bereits im Oktober, kurz nachdem der VW Dieselskandal bekannt wurde, wurden Stimmen laut, dass es mehrere Versionen der unzulässigen Abschalteinrichtungen geben würde und dass diese eben nicht ausschließlich im damals bereits nicht mehr genutzten Motor EA189 verbaut wurden, sondern auch im Nachfolgemotor EA288 und in drei weiteren Motoren. Ein VW-Manager machte diese Informationen bekannt. Michael Horn, bis Anfang 2016 Amerika-Chef von VW sagte, er gehe davon aus, dass die so genannten Defeat Devices (der englische Begriff für die Abschalteinrichtung) auch in europäischen Autos verbaut worden seien. VW selbst gab schließlich zu, dass auch der EA288 mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung versehen sei, allerdings nur in Amerika. In Europa sei nur der EA189 betroffen. Dies könne man nach internen Prüfungen sagen. Zudem hieß es, auch in Amerika seien nur Euro 5 Diesel betroffen. In den neueren Euro 6 Dieseln mit dem EA288 Motor, die seit September 2015 ausschließlich verkauft wurden, sei keine Abschalteinrichtung vorhanden.

Im April 2019 dann jedoch der Paukenschlag. Das Kraftfahrt-Bundesamt ordnet einen Pflichtrückruf für den VW T6 mit der Abgasnorm Euro 6 an. Der Diesel verfügt über den Motor EA288. Das KBA hat eine unzulässige Abschalteinrichtung ausgemacht, die nun mit einem Software-Update entfernt werden soll. Weltweit sind fast 200.000 Fahrzeuge betroffen, in Deutschland alleine 90.000. Allerdings nimmt das KBA den Begriff „Abschalteinrichtung“ nicht in den Mund, sondern schreibt von einer „Konformitätsabweichung“, die zur Überschreitung des Euro 6 Grenzwertes für Stickoxide führen würde.

Immer wieder hat man den Eindruck, das KBA würde die Autoindustrie schützen wollen, statt aufzuklären. Ermittelt wird nur zurückhaltend und wenn es sich nicht mehr vermeiden lässt, wählt man seine Worte vorsichtig, um bloß nicht den Eindruck zu erwecken, die Autohersteller hätten tatsächlich getäuscht.

Probleme mit dem Motor EA288 – der Fall vor dem Landgericht Wuppertal

Juristische Aufmerksamkeit erlangte der EA288 erstmals Anfang 2019 vor dem Landgericht Wuppertal. In dem Verfahren gab VW zu, dass auch im EA288 Thermofenster verbaut würden. Allerdings hält VW, ähnlich wie Daimler, das Thermofenster für eine legale Abschalteinrichtung. Das Landgericht Wuppertal erklärte daraufhin in einem Beweisbeschluss, einen Gutachter zu bestellen. Dieser soll prüfen,

- ob in dem Motor EA 288, wie er auch im Fahrzeug des Klägers eingebaut ist, eine Software verbaut ist, die erkennt, ob sich das Fahrzeug auf dem Prüfstand zum Durchfahren des neuen europäischen Fahrzyklus (NEFZ) befindet und in diesem Fall die Abgasrückführung in einer anderen Weise regelt als im normalen Straßenverkehr, um so auf dem Prüfstand die gesetzlich geforderten Stickoxidemissionen einzuhalten, während sich das Fahrzeug im normalen Straßenverkehr durchgängig in einem anderen Modus mit höheren Stickoxidemissionen befindet;

- ob in dem Motor EA 288 eine Steuerungssoftware verbaut ist, die ab einer bestimmten Drehzahl (welche?) die Abgasreinigung abschaltet, so dass es zu einem unzulässigen Anstieg der Stickoxidemissionen kommt

Das Gutachten und somit auch das Urteil des Landgerichts Wuppertal liegt noch nicht vor. Nach Angaben des Gerichts wird die Vorlage des Gutachtens auch noch einige Monate auf sich warten lassen.

Oberlandesgericht Köln – unzulässige Abschalteinrichtung im Motor EA288?

Mit dem OLG Köln befasst sich auch ein Oberlandesgericht mit dem EA288 und dem Vorhandensein einer möglicherweise unzulässigen Abschalteinrichtung. Verhandelt wird über einen VW Golf VII mit der Abgasnorm Euro 6 und dem Motor EA288. Das Landgericht Aachen hatte die Klage noch abgewiesen, da es der Meinung war, im Gegensatz zum EA189 enthalte der Motor EA288 keine Abschalteinrichtung. Doch das OLG Köln scheint in die andere Richtung zu tendieren. Im Laufe des Verfahrens kam heraus, dass im EA288 sehr wohl eine Software zur Zykluserkennung verbaut sei. Also eine Abschalteinrichtung, die erkennt, wenn sich das Fahrzeug auf dem Prüfstand befindet. Das Gericht fällte zwar noch kein Urteil, deutete aber die Möglichkeit an, dass die Klägerin Anspruch auf Schadensersatz aufgrund von vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung haben könne und sich dies nicht von der Hand weisen lasse. Zudem treffe VW die sekundäre Darlegungslast. Das heißt, nicht etwa der Kläger muss nachweisen, ob sich eine unzulässige Abschalteinrichtung im Fahrzeug befindet, sondern VW muss nachweisen, wozu die Zykluserkennung dient und wie der Unterschied zwischen den Messergebnissen auf dem Prüfstand und auf der Straße zu erklären ist.

VW gerät bezüglich des Motors EA288 immer mehr unter Druck. Die Verteidigung hat in dem Fall nun sechs Wochen, also bis etwa Ende Oktober Zeit, hierauf zu reagieren. Wenn direkt ein Oberlandesgericht aufgrund einer unzulässigen Abschalteinrichtung beim EA288 Schadensersatz zuspricht, wäre dies natürlich ein Türöffner für viele hunderttausend weitere betroffene Autofahrer, ebenfalls zu klagen.

Fahrverbote auch für Euro 6 möglich

Bisher gibt es Fahrverbote nur für Euro 4 Diesel, bzw. Euro 5 Diesel und natürlich noch ältere Modelle. Seit Dezember 2018 ist jedoch klar: auch Fahrverbote für Euro 6 Diesel sind theoretisch möglich. Grund hierfür ist ein Urteil eines EU Gerichts, das eigentlich in einem anderen Fall entschieden hatte, der sich aber auf die Fahrverbote auswirkt. Die EU Kommission hatte die erlaubten Grenzwerte für Euro 6 Diesel übergangsweise erhöht, um der Autoindustrie entgegen zu kommen. Dagegen klagten die Städte Paris, Brüssel und Madrid, die selbst darum kämpfen, die Grenzwerte der EU in den Städten einzuhalten. Die Entscheidung der Kommission die Grenzwerte für die Autohersteller zu erhöhen läuft daher entgegen ihrer Bemühungen. Das Gericht entschied, die Kommission habe gar nicht die Befugnis gehabt, die Grenzwerte zu erhöhen. Dennoch bleiben diese bis mindestens Anfang 2020 zunächst bestehen. Bis dahin hat die Kommission Zeit, einen neuen Vorschlag zu machen. Wenn dieser abgelehnt wird, gelten wieder die ursprünglichen strengen Grenzwerte von 80 Milligramm pro Kilometer. Und dann wären auch wieder Fahrverbote für Euro 6 Diesel im Gespräch.

EA288 – die Ermittlungen des SWR

Mitte September nahm das Thema EA288 dann erst recht Fahrt auf. Der SWR veröffentlichte Recherchen, nach denen auch im Motor EA288 eine vermeintlich unzulässige Abschalteinrichtung eingebaut wurde. Es stützt sich dabei auf interne VW Dokumente von 2015, in denen detailliert eine Zykluserkennung im EA288 mit der Abgasnorm Euro 6 beschrieben wird. Diese Zykluserkennung sorgt dafür, dass das Auto erkennt, wenn es sich auf dem Prüfstand befindet.

Anschließend redete sich VW um Kopf und Kragen. Ein Sprecher sagte, kein Fahrzeug mit dem Dieselmotor EA288 enthalte eine so genannte Prüfstands- oder Zykluserkennung. Im gleichen Atemzug sagte er allerdings, dass solche Vorrichtungen notwendig seien, weil das Fahrzeug erkennen müsse, dass es sich auf dem Prüfstand befindet, um nicht irrtümlich einen Schleuderschutz auszulösen. Am Abend desselben Tages, an dem die neuen Vorwürfe bekannt wurden, war Vorstandschef Herbert Diess in der ZDF Sendung von Maybrit Illner zu Gast. Dort sagte er wörtlich: „Prüfstandserkennungen per se braucht man immer, weil man natürlich auf dem Prüfstand auch sicherstellen muss, das ABS nicht reagiert zum Beispiel und dass das Auto sich auf dem Prüfstand richtig verhält. Das schwierige ist, nutzt man diese Prüfstanderkennung dann, um im Fahrbetrieb andere Emissionswerte zu erzielen und das ist sicherlich nicht der Fall“.

Dem widerspricht aber ein Auszug aus den dem SWR vorliegenden Dokumenten, in dem es heißt: „Nutzung und Erkennung (…) des NEFZ, um die Umschaltung der Rohemissionsbedatung streckengesteuert auszulösen“ – ein klarer Hinweis auf den Einsatz der Zykluserkennung nicht um das Auto vor dem Schleudern zu schützen, sondern um die Emissionen zu beeinflussen.

Und was sagen Kraftfahrt-Bundesamt und Bundesverkehrsministerium? Nachdem alle Anfragen zunächst unbeantwortet blieben hieß es letztendlich, die Vorwürfe seien nicht neu. Das KBA „habe zu diesen Modellen bereits in 2016 eigene Messungen, Untersuchungen und Analysen durchgeführt. Unzulässige Abschalteinrichtungen konnten dabei nicht festgestellt werden und zwar auch nicht in Gestalt einer unzulässigen Abschalteinrichtung“.

Schadensersatz auch beim EA288

Trotz des Dementis von VW und dem KBA stehen die Chancen für Fahrer von Dieseln mit EA288 Motor gut, Schadensersatz zu bekommen. Es steht inzwischen fest, dass Fahrzeuge mit diesem Motor sowohl über eine Zykluserkennung, als auch ein Thermofenster verfügen. Jede Software für sich ist nicht zwangsläufig eine unzulässige Abschalteinrichtung. Thermofenster sind in sehr eng gesetzten Ausnahmefällen erlaubt und eine Zykluserkennung ist ebenfalls nicht illegal, sofern sie nicht für die Beeinflussung der Emissionen genutzt wird. Bei der Geschichte von VW und der Entwicklung des ursprünglichen Abgasskandals mit dem EA189, bei dem es auch zunächst hieß, alles sei in Ordnung, ist jedoch zu befürchten, dass auch hier die Dementis nicht viel wert sind. Und Zykluserkennung UND Thermofenster auf einmal? Dazu die Hinweise auf den wahren Einsatzgrund der Zykluserkennung in den nun vorliegenden Dokumenten? Dies alles spricht doch eine klare Sprache.

HAHN Rechtsanwälte bietet Ihnen eine kostenfreie und unverbindliche Erstberatung an, wenn Sie glauben, betroffen zu sein. Wir erläutern Ihnen die rechtlichen Möglichkeiten und berechnen Ihren möglichen Schadensersatz. Zudem stellen wir auch die Deckungsanfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung.

Bei einer erfolgreichen Schadensersatzklage geben Sie das Fahrzeug an den Hersteller zurück und erhalten im Gegenzug den von Ihnen gezahlten Kaufpreis erstattet. Zuzüglich bekommen Sie Verzugszinsen und wir werden für Sie auch auf Zahlung von deliktischen Zinsen klagen. Da diese 4% betragen und zwar auf den Kaufpreis und seit dem Kaufdatum machen diese oftmals einen sehr hohen Betrag aus. Zudem sind wir der Auffassung, dass Ihnen keine Nutzungsentschädigung abgezogen werden sollte. Diese soll dem Hersteller den Wertverlust ausgleichen, den das Auto erlitten hat, während Sie es gefahren sind. Doch im Falle einer Schadensersatzklage halten wir dies für eine unbillige Entlastung des Herstellers.

Die Alternative – der Autokredit Widerruf

Sollte eine Schadensersatzklage in Ihrem Fall nicht in Frage kommen, gibt es für viele Fahrer noch eine zweite Option, nämlich den Widerrufsjoker. Diesen können nicht nur Fahrer von Fahrzeugen mit dem Motor EA288 nutzen, sondern alle – sogar Besitzer von Benzinern können den Widerrufsjoker gegebenenfalls einsetzen. Das ist allerdings nur für Verbraucher möglich und der Kreditvertrag muss vom Verkäufer vermittelt worden sein. Wenn dies auf Sie zutrifft, senden Sie uns gerne Ihre Unterlagen zu. Wir prüfen diese genau und melden uns kurzfristig mit der Information bei Ihnen zurück, ob auch Sie Ihren Kreditvertrag noch heute widerrufen können. Möglich ist dies bei Fehlern im Vertrag. Denn diese sorgen dafür, dass die eigentlich 14-tägige Widerrufsfrist nicht zu laufen beginnt und der Verbraucher ein ewiges Widerrufsrecht genießt. Der große Vorteil daran: Sie können das Auto zurückgeben und erhalten Anzahlung und Raten erstattet. Selbst bei einem Abzug der Nutzungsentschädigung ist der wirtschaftliche Vorteil gegenüber einem Verkauf auf dem Gebrauchtwagenmarkt in der Regel eindeutig.

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